Den Schrecken, den sie verbreiten, fürchtet nicht, und lasst euch nicht irremachen! 1. Petrus 3,14

„Solche Worte würden wir gerne mal als Schlagzeilen in der Zeitung lesen!“ – Eine Woche nach den Anschlägen von Paris sitzen wir im Theologischen Gesprächskreis zusammen und versuchen, den Bildern des Schreckens, des Terrors, die uns verfolgen, etwas entgegen zu setzen: Zum Beispiel eigene Bilder und Erinnerungen an erlebte Geborgenheit. Im 1. Petrusbrief finden wir diese Worte, die mitten in unsere Situation hineinsprechen, obwohl sie vor knapp 2000 Jahren geschrieben worden sind, adressiert an junge christliche Gemeinden in Kleinasien (die heutige Türkei bis nach Syrien). Neun Verse aus dem dritten Kapitel beschäftigen uns an diesem Abend, und wie diese ersten Empfänger haben wir zunächst nur hingehört und die gesprochenen Worte wirken lassen.

 

Schon beim Zusammentragen unserer Eindrücke „Was haben wir gehört?“, und “Was haben wir gefühlt?“ wird deutlich, dass diese Worte trösten und Hoffnung machen. Gleichzeitig fordern sie uns heraus, weil sie dazu ermutigen, so ganz anders auf Schrecken und Bedrängnis zu reagieren, als wir das als Einzelne oder als Staat für gewöhnlich tun. Was wäre, wenn wir statt der Jagd auf (potentielle) Täter - bei der man lernt, allem und jedem zu misstrauen - „den Frieden suchen und ihm nachjagen“ würden? Zum Abschluss unseres Treffens waren wir uns einig: Diese Worte können tatsächlich eine Richtung vorgeben, eine Idee von Zusammenleben ohne Vergeltung. Man könnte sie eigentlich – so ein Teilnehmer – als inneres Navigationssystem benutzen, das unser Denken und Tun lenkt. Und als Orientierung, damit wir uns weder durch den Schrecken, noch durch die nicht enden-wollenden Nachrichten darüber irremachen lassen! Hier ein paar unserer Spitzensätze als Kostprobe aus dem 1. Petrusbrief, 3. Kapitel:

Schließlich: Seid alle eines Sinnes, voller Mitgefühl, liebt einander, übt Barmherzigkeit, seid demütig! Vergeltet nicht Böses mit Bösem, nicht üble Nachrede mit übler Nachrede. Im Gegenteil: Segnet, denn ihr seid dazu berufen, Segen zu erben. Denn wer das Leben lieben will und gute Tage sehen möchte, der halte sein Zunge im Zaum, fern vom Bösen, und seine Lippen, dass sie nichts Heimtückisches sagen. Er gehe aber dem Bösen aus dem Weg und tue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Doch auch wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden müsst – selig seid ihr. Den Schrecken, den sie verbreiten, fürchtet nicht, und lasst euch nicht irremachen! Den Herrn aber, Christus, haltet heilig in euren Herzen.