Über Themen des Glaubens ins Gespräch kommen

Seit 2011 gibt es diesen Kreis in unserer Gemeinde. Einmal im Monat treffen sich seither Männer und Frauen im Evang. Gemeindehaus, um über Gott und die Welt, den Glauben und theologische Fragen ins Gespräch zu kommen. Wir beginnen unsere Treffen mit einem persönlichen Zugang zum jeweiligen Thema und arbeiten dann mit biblischen Texten, theologischen Impulsen in Kleingruppen, wie auch im Plenum.

Das Jahr 2011 stand unter dem Thema „Jesus als…“ So haben wir uns z.B. mit Jesus als Dichter, als Lehrer, als Therapeut oder als Märtyrer beschäftigt, um die verschiedenen Aspekte seines Lebens, Wirkens und seines Todes zu beleuchten. Im Jahr 2012 hieß das Jahresthema: „Ich glaube… Neue Zugänge zum Glaubensbekenntnis“. Entlang des sog. apostolischen Glaubensbekenntnisses versuchten wir zu verstehen, was da jeweils über den Glauben gesagt wird und ob und wie wir das heute verstehen können. 2013 leitete uns die Frage nach den Religionen in ihrer Vielfalt - wir setzten uns mit den Weltreligionen auseinander und hatten dazu immer wieder mal Experten eingeladen und waren u.a. auch zu Besuch in einer Moschee und im Buddhistischen Zentrum in Karlsruhe, was sehr spannend war. 2014 lautete das Jahresthema: "Einfach glauben?!" Und zuletzt haben wir uns mit den großen Gefühlen und ihrer Bedeutung für uns beschäftigt. Als nächstes wird es nun um die Bergpredigt Jesu gehen.

Der Gesprächskreis lebt vor allem von den Menschen, die ihn bilden und die ihre Erfahrungen, Fragen und Überzeugungen einbringen. „Die Bibel ist nicht ein Buch der Lehre, sondern ein Buch des Lernens“, sagt der Neutestamentler Ulrich Becker. In diesem Sinne wollen wir im Gesprächskreis vor allem miteinander und voneinander lernen. Es geht weniger um richtig oder falsch, sondern mehr darum, wie der Glaube im 21. Jahrhundert lebt und was wir dabei für Erfahrungen mit unserem Glauben machen.

Heidi Lang

Hier die nächsten Gesprächskreistermine:

- Termin nicht bekannt -

Dem Frieden nachjagen...

Den Schrecken, den sie verbreiten, fürchtet nicht, und lasst euch nicht irremachen! 1. Petrus 3,14

„Solche Worte würden wir gerne mal als Schlagzeilen in der Zeitung lesen!“ – Eine Woche nach den Anschlägen von Paris sitzen wir im Theologischen Gesprächskreis zusammen und versuchen, den Bildern des Schreckens, des Terrors, die uns verfolgen, etwas entgegen zu setzen: Zum Beispiel eigene Bilder und Erinnerungen an erlebte Geborgenheit. Im 1. Petrusbrief finden wir diese Worte, die mitten in unsere Situation hineinsprechen, obwohl sie vor knapp 2000 Jahren geschrieben worden sind, adressiert an junge christliche Gemeinden in Kleinasien (die heutige Türkei bis nach Syrien). Neun Verse aus dem dritten Kapitel beschäftigen uns an diesem Abend, und wie diese ersten Empfänger haben wir zunächst nur hingehört und die gesprochenen Worte wirken lassen.

Jahresthema des Gesprächskreises

Mit dem Jahresthema im Gesprächskreis, das wir im November abgeschlossen haben, ging es um die "großen Gefühle" und Emotionen. Wir wollten auf der Basis biblischer Worte dem nachspüren, was uns alle angeht: Grundgefühle wie Angst und Freude, Überraschung, aber auch Wut oder Trauer bestimmen unser Leben. Dabei haben wir aufmerksam nach Alltagserfahrungen wie die "Angst vor dem Fremden" oder "das kleine Glückserleben" gefragt und immer wieder den Zusammenhang zum Glauben hergestellt. Es war ein sehr buntes und vielfältiges Jahr, das wir miteinander verbracht haben, und wir haben am Ende nicht schlecht gestaunt, was uns alles bewegt und berührt hat: Zorn und Liebe, Trauer und Hoffnung, Last und Erleichterung, und auch Überraschung und Trost haben wir miteinander im Herzen bewegt und mit dem Verstand bedacht. Nun beginnt die neue Themenreihe ab Dezember 2016 mit der Bergpredigt Jesu!

Die Gruppe, die sich einmal im Monat trifft, ist offen für neue Teilnehmende. Herzliche Einladung zu unseren Abenden! Die aktuellen Termine finden Sie hier.

Zum Tod von Jörg Zink

Der württembergische Pfarrer und Schriftsteller Jörg Zink ist am 9. September 2016 im Alter von 93 Jahren verstorben. Er habe in herausragender Weise kirchliches und geistliches Leben in Baden und Württemberg und darüber hinaus geprägt, schreibt ihm der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July über ihn. Im Sinne der Verkündigung des Evangeliums habe er sich für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden und Gerechtigkeit, für den interreligiösen Dialog und die Ökumene kritisch und leidenschaftlich eingesetzt, so July. Zink gehört zu den bekanntesten evangelischen Theologen der Gegenwart.

Auf evangelischen Kirchentagen strömten Zehntausende, vor allem junge Menschen, zu seinen Vorträgen und Bibelarbeiten. Mehr als 100 Mal hat er als Fernsehpfarrer das „Wort zum Sonntag“ in der ARD gesprochen. 1965 hat Zink das Neue Testament in eine verständliche, zeitgemäße und zugleich erklärende Sprache übersetzt und damit einen Bestseller gelandet. Inzwischen haben sich seine bald 200 Bücher rund 18 Millionen Mal verkauft.