Frieden auf Erden!

Für viele eine Zumutung. Ich weiß. Aber in Zu MUT ung steckt Mut drin. Und den haben alle die sich an Weihnachten auf den Weg zur Kirche machen. Denn wer schon mal hier war, weiß was ihn erwartet. Schon auf dem Weg zur Kirche fängt es an: es gibt öfter Regen als Schnee, alle Parkplätze belegt, wer zu Fuß kam, dem drückten die Weihnachtsschuhe fiese Wasserblasen. Vom Deo des Sitznachbar oder noch ätzender Stehnachbar bekomme ich Kopfschmerzen und wie die Person neben mir singt gefällt mir nicht. Mutig wer trotzdem kommt. Wer daran glaubt, dass zwischen Chaos und Stress töricht kichernd ein Weihnachtswunder sitzt.

Einen Moment nicht reden, nicht besser wissen, nicht witzeln, nicht spotten, nicht kennen, nicht einordnen. Sondern fürwahr halten. Wie die Weihnachtsgeschichte die wir sahen. Fast 30 Kinder spielten sie für die Festgemeinde. Sie mag so passiert sein. Oder ganz anders. Was aber wenn? Dann wären wir wie Visionäre, die eine Welt sähen, in der arme, hilflose Menschen Gottes Gesicht tragen. Dann kann Gott überall zur Welt kommen. In einem Stall, unter einer Autobahnbrücke, in einem einsamen Wohnzimmer im 13. Stock. Dann zeigt sich Gott nicht nur den Bestimmten, sondern jedem, unabhängig von seiner Religion, seiner Hautfarbe oder seiner Herkunft. Dann hängt Gottes Welt nicht von den Umständen ab. Engel singen auf Feldern, in Supermärkten, im Krieg.

Vielleicht wollte Gott vormachen, wie das geht: Mach dich verletzbar. Nur so bist du echt. Hab Vertrauen. Rechne nicht. Greif zu, wenn sich dir etwas bietet (und lerne, dass du nicht alles haben kannst). Bleib neugierig. Lache, wenn du lachen willst und weine, wenn du traurig bist. Vergiss die Wut nicht, sie gehört zu dir. Fürchte das Scheitern nicht. Frag, was du wissen willst. Spar dabei den Tod, Wunder und andere Alltäglichkeiten nicht aus. Liebe deinen Körper. Lass dich berühren, wenn du es willst. Wirf dich in die Waagschale des Lebens. Staune, zweifle, liebe. Halte vieles für möglich.  Wir sind ganz schön viele hier. Macht doch alle mal mit. Frieden auf Erden für möglich halten. Ein Jahr lang und nächstes Jahr sehen wir uns alle wieder. Hier an Weihnachten. Einige sind dann größer andere haben größere Geheimratsecken, wieder andere Wackelzähne oder mehr Falten. Das alles ist egal. Wir sind dann die, die an den Frieden glauben. In uns drin, um uns herum, soweit, einmal um die Welt.