Fast 100 Besucher beim Bildervortrag zu Fluchtursachen am Beispiel Burundis

Mit knapp 100 Besuchern war der evangelische Gemeindesaal Eggenstein am Dienstag, 12. Juli, bis auf den letzten Platz besetzt. Der Eggensteiner Journalist und
Autor Philipp Ziser zeigte anhand seiner Erfahrungen und Fotos aus dem baden-württembergischen Partnerland Burundi unterschiedliche Ursachen für Flucht auf und welche Rolle westliche Politik und Wirtschaft dabei spielen können. Geladen hatten der gemeinnützige Verein burundikids e.V., für den Ziser acht Jahre in Burundi gearbeitet hatte, die Flüchtlingshilfe Eggenstein-Leopoldshafen, die evangelische Kirche Eggenstein und der Jugendclub Crossover. In seinem Vortrag ging Ziser neben den Lebensumständen in Burundi auch auf die allgemeine Situation von Flüchtlingen weltweit ein. Laut Berichten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen gab es 2015 so viele Flüchtlinge wie noch nie zuvor: 65,3 Millionen Menschen. Davon waren 40,8 Millionen Binnenflüchtlinge. Einige der Flüchtlinge, die in Eggenstein-Leopoldshafen eine neue oder vorübergehende Heimat gefunden haben, gestalteten den Abend mit.

Seit April 2015 ist Burundi in Unruhe, es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen Ordnungskräften und Oppositionellen. Streitpunkt ist die dritte Amtszeit des burundischen Präsidenten, der damit laut Opposition und Zivilgesellschaft gegen die Verfassung verstoße, die nur zwei Amtszeiten zulasse. Laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind rund 270.000 Menschen innerhalb eines Jahres aus Burundi geflohen. Wöchentlich werden es 1.000 mehr, die in Lagern in den Nachbarländern Schutz suchen. Gleichzeitig seien laut UNHCR jedoch nur knapp 30 Prozent der Bedarfe in diesen Lagern gedeckt. In Europa nimmt davon kaum jemand Notiz.

Burundi zählt nach dem über zehnjährigen Bürgerkrieg laut „Welthunger-Index“ zu den drei ärmsten Staaten der Welt. 60% der Menschen gelten als unterernährt, nur die Hälfte aller Kinder kann zur Schule gehen. burundikids e.V. hat im ländlichen Umfeld der Hauptstadt Bujumbura eine Schule gebaut, die 950 Mädchen und Jungen besuchen. Außerdem arbeitet der Verein mit Straßenkindern und Opfern sexueller Gewalt.


Mehr Infos zu burundikids e.V.: www.burundikids.org. Oder auf facebook.