"Das ist Windstärke vier...?!"

Für Skipper Jarno wurde es zum geflügelten Wort: "Es sollte eigentlich Windstärke vier geben..." - und dann sein unwiderstehliches Schmunzeln dazu. Egal ob wir gerade bei einer Flaute auf Deck in der Sonne lagen oder so heftigen Wind bekamen, dass der "Fliegende Drache" - so der Name unseres Zweimasters - sich heftig zur Seite neigte: Skipper Jarno hatte immer alles im Griff, nur den Wind nicht. Aber das ist ja auch gut so. Das war eine der wichtigsten Lektionen, die wir alle an Bord gelernt haben: Es kommt darauf an, warten zu können und zur rechten Zeit zupacken zu können. Vorbereitet zu sein und zugleich spontan und geduldig zu sein. "Windstärke vier" ist zwar vorhergesagt, aber dann kommt doch alles anders - wie im richtigen Leben eben. Geflügelte Worte gab es übrigens auch noch an anderer Stelle. Das lag nicht nur an der sehr guten Stimmung an Bord. Sondern auch am leckeren Hühnchen-Curry (mit gechillter Musik zubereitet) und all den anderen leckeren Mahlzeiten, die Ulli geplant und die Jugendlichen gekocht hatten. Oder am frischen Nordsee-Wind, der uns immer wieder wunderbare Segelerlebnisse schenkte. Weitere oft zitierte Worte waren:

"Kann ich noch schnell ein Tisch-Gebet googlen?" So konnte man es oft kurz vor der Mahlzeit hören, bevor das Smartphone wieder tabu war. Oder: "Beim Volleyball bin ich eher standhaft!" am herrlichen Sandstrand von Vlieland, einer der schönsten holländischen Nordseeinseln. Das war auch so ein Zitat, über das wir trefflich philosophiert haben. Apropos Philosophie: Bei den Andachten am Abend ging es um den Kompass und die Fragen: Wo stehe ich, und wo will ich hin in meinem Leben. Und dass der christliche Glaube dazu wichtige Impulse und Hilfen zur Entscheidung bietet. Dazu haben wir das Liederbuch rauf und runter durchgesungen, und die berühmten "Werwolf"-Runden durften natürlich nicht fehlen. Auf jeden Fall hatten wir eine klasse Mannschaft an Bord, tolle und engagierte Jugendliche und ein kompetentes Team von Mitarbeitenden. Als Matrose hat uns Esther, holländische Kite-Surferin und Snowboard-Lehrerin mit österreichischem Akzent, mit ihrem Charme und ihrer Energie beeindruckt. Sie macht das alles auch erst seit wenigen Wochen, aber mit ihrem "Jalla! Jalla!" (schneller, schneller) ging das Segelsetzen in Nullkommanichts! Neben den beiden Inseln Terschelling und Vlieland haben wir auch Stavoren am Ijsselmeer angesteuert (inklusive Mücken-Plage und leckeren Pommes), um dann am Ende nach den fünf Segeltagen, die viel zu schnell vorbeigingen, wieder in der Hafenstadt Harlingen am Ausgangspunkt unserer Tour zu landen. Sogar die Rückfahrt (Danke Michael!) verging diesmal wie im Flug - danke an alle, die dabei waren: das war “een prachtige ervaring”.