Auf Einladung der Evang. Kirchengemeinde berichtete Pater Déogratias Maruhukiro (z.Zt. Freiburg) im Gottesdienst am vergangenen Sonntag von der aktuellen Situation in Burundi. Bewegt vom dramatischen Schicksal des Landes und berührt vom Schmerz über das Leiden der Menschen dort bekamen wir durch die Schilderungen von Pater Déo auch einen Eindruck von der christlichen Hoffnung, die uns verbindet über die Grenzen der Nationen und Konfessionen hinweg. "Das gemeinsame Gebet stärkt uns und macht uns Mut - wir werden unseren Freunden in Burundi davon erzählen, dass Ihr für uns betet!", sagte Pater Déo zum Abschied. Im Oktober wird es eine weitere Begegnung mit Gästen aus Burundi geben, die dann auch mit einer Gruppe von Tänzerinnen und Trommlern einen Gottesdienst mitgestalten werden.

Philipp Ziser hatte im Vorfeld des Gottesdienstes über die aktuellen Situation berichtet: „Burundi ist eine junge Demokratie. Nach kolonialer Besatzung, jahrzehntelangen Militärdiktaturen und einem Bürgerkrieg ist der junge Frieden zwar endlich eingekehrt. Aber er bleibt fragil. Ende Juli hat sich der amtierende Präsident zum dritten Mal wählen lassen, obwohl die Verfassung Burundis nur zwei Amtszeiten zulässt. Vor allem die Jugend des Landes möchte Wandel, mehr Demokratie und Freiheit. Sie wollen eine neues Bild von Afrika: eines ohne Despoten und ohne ethnischen Hass. Dafür ist sie bereit, auf die Straße zu gehen und sogar ihr Leben zu lassen. Ein Novum in Burundis Geschichte. Proteste wurden von der Polizei niedergeschlagen, teilweise zögerliche internationale Kritik nicht ernst genommen. 170.000 Menschen sind den Unruhen oder aus Angst vor Krieg in die Nachbarländer geflohen. Baden-Württemberg, als offizielles Partnerland Burundis, muss Stellung beziehen. Besonders die Jugend hat Solidarität verdient. Ihre Stimme wollen wir hören. [...] Pater Déokratias Maruhukiro studiert in Freiburg und koordiniert Hilfsprojekte zur Stärkung der burundischen Zivilgesellschaft.“

Am Beispiel Burundis haben wir wieder einmal konkret erfahren, was Menschen in die Flucht treibt und warum wir nicht aufhören, uns als Christen für gewaltfreie Konfliktlösungen und demokratische Strukturen einzusetzen und um den Frieden in der Welt zu bitten.